Ausstellung: Juden 45/90

Bei Ausstellung "Juden 45/90" mit "Judische Grafik" aus "Judaica-Sammlung" von Julius Genss. На выставке "Евреи 45/90" с выставке "Еврейская графика" из "собрания иудаики" Юлиуса Генса. Мюнхчен. Январь 2013 г.

Jüdische Museum München

Ausstellung: Juden 45/90 “Von ganz weit weg – Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion
11. Juli 2012 bis 27. Januar 2013

Zitat aus Ausstellungsflayer:

… Fragmente der Sammlung von Julius Genss (1887-1957) aus Tartu, der vor dem Zweiten Weltkrieg zu den bedeutendsten Sammlerpersönlichkeiten Estlands gehörte. Seine Enkeltochter Julia Gens war 1991 mit ihrem Ehemann noch mit einem Touristenvisum nach Berlin und später nach München gekommen. Sie hatte wenige Fragmente der von den Nationalsozialisten zerstörten Kunstbibliothek und Kunstsammlung ihres Großvaters in ihrem Besitz halten und mit nach Deutschland bringen können.

Zitat aus Artickel “Julius Genss, Sammler aus Leidenschaft” (DW)
…Der Besitzer wurde enteignet, die Schöpfer der Kunstwerke sind vergessen – die Fragmente einer Sammlung jüdischer Grafiken werden jetzt in München gezeigt..
Und weiter: “Seine Judaica-Sammlung wurde immer größer, 1938/39 organisierte er eine Wanderausstellung, die in Tartu, Tallinn und Riga präsentiert wurde: “Ich wollte die Existenz moderner jüdischer Kunst beweisen”, schrieb er später in seinen Memoiren.
Künstler aus Paris, Warschau, Vilnius, sogar aus Israel und der Sowjetunion schickten ihm auf seine Bitte Druckgrafiken und Illustrationen zu. 211 Blätter kamen so zusammen. Ein Ausstellungskatalog wurde herausgegeben – in estnisch und in jiddischer Sprache, damals unter den Juden Osteuropas das gängige Idiom. Marc Chagall und Lyonel Feininger hatten Grafiken beigesteuert, Künstler, die heute weltberühmt sind. Aber die Namen der anderen Beteiligten kennen nur noch wenige. Manche, wie Nathan Altman oder Zygmunt Dobrzycki, haben den Holocaust überlebt. Von anderen, wie Necha Gelbersanska, Julius Kroll, Isaak Schorr konnten Daten nicht ermittelt werden. Fani Lewowna-Frydman wurde in Krakau ermordet, Fiszel Zylberberg in Auschwitz. Und von dem Konvolut sind noch ganze 35 Grafiken vorhanden.

Julius Genss Kabinet (2 x oben) und Darmstädter Haggadah (unten)) Эскизы кабинета Юлиуса Генс (автор: Бетта Пунга) и Дармштадская Хаггада

Julius Genss Kabinet (2 x oben) und Darmstädter Haggadah (unten))
Эскизы кабинета Юлиуса Генс (автор: Бетта Пунга) и Дармштадская Хаггада

Zitat aus Artickle “Als »die Russen« kamen” (Jüdische Allgeneine)
“… Diese Inszenierung wird umgeben von Grafiken, einem kostbaren Faksimile der Darmstädter Haggada von 1430 und einer wertvollen Schriftrolle mit dem Hohelied Salomos, Anfang der 30er-Jahre in Tallinn entstanden. Diese Exponate gehörten einst Julius Genss (1887-1957), der vor 1940 einer der wichtigsten Judaicasammler in Estland war. Seiner Enkelin, 1991 mit einem Touristenvisum nach Deutschland gekommen und heute in München ansässig, gelang es, Reste der einst riesigen, von den Nazis geraubten und zerrissenen Kunstbibliothek auszuführen. Passend klingt die Ausstellung aus mit einem Videointerview der eloquenten Tochter von Julius Genss.”

Zitat aus Artickle “Das Nichts in der Vitrine” (Süddeutsche Zeitung)“Was Julius Genss einst zusammengetragen hatte an Kunstwerken, lässt sich heute nur erahnen. Der Einsatzstab Alfred Rosenberg hat ihm die 12 000 Bände umfassende Kunstbibliothek geraubt und nach Berlin entführt. Die Mappen mit Originalen und Zeichnungen von Lilien, Chagall und Zeitgenossen flogen ins Feuer. Nur eine wurde vor der Zerstörung bewahrt. Unter den geretteten Blättern jüdischer Künstler befindet sich auch eine Rolle illuminierter Illustrationen des Hohen Liedes mit edlem Elfenbeingriff, die im Original insgesamt sechs Meter lang war.”

Zitat aus Artickle “Mit dem Geigerzähler in die neue Heimat” (Neuen Zürcher Zeitung)
“Ein Glanzstück der Münchner Ausstellung ist eine Sammlung des jüdisch-estnischen Sammlers Julius Genss. Der begeisterte Kunstliebhaber hatte 1938/39 die Wanderausstellung «Jüdische Grafik» organisiert, zu der hochkarätige Künstler wie Marc Chagall, El Lissitzky und Ludwig Meidner Beiträge geliefert hatten. 1941 wurde die Sammlung vom «Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg» beschlagnahmt, der in Osteuropa systematisch jüdische Kulturschätze plünderte. Nur durch das Engagement eines Einzelnen sind drei Dutzend Blätter dieser Sammlung erhalten geblieben und mit der Enkeltochter Julia Genss nach München gekommen.

 

 

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